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Game Boy ist 20!


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Happy Birthday Game Boy! (Retro-Werbespots auf Kotaku)

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Rocken mit Tesla-Spulen


Über Nerdcore bin ich auf die Combo ArcAttack gestossen. Die Jungs machen Musik mit Tesla-Spulen. Ja! Sie lassen Blitze springen, und können diese Blitze so kontrollieren, dass sie Töne machen. Und diese Blitze rocken hart!


Also der Wahnsinnige da "spielt" die Blitze nicht, die schlagen bloss auf ihn ein, was er überlebt, weil er in einen massgeschneiderten Faradayschen Käfig eingepackt ist. Dass die Blitze klingen, funktioniert ungefähr so:

Die Tesla-Spule kann sehr schnell ein- und ausgeschaltet werden. Wir sehen einen durchgehenden Blitz, tatsächlich aber wird der Blitz einige hundertmal pro Sekunde ein- und ausgeschaltet. Also nach dem gleichen Prinzip, wie sich auch eine Lautsprecher-Membran hin- und herbewegt.
Die Spule kann per MIDI angesteuert werden, so werden direkt Frequenzen in Hz "abgespielt".

Mehr Beispiele gibt es in dieser Kurzdoku von Geeks are Sexy zu sehen:


Der Imperial-Tesla-March ist also schwer klingeltontauglich.

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Musik, die schmerzt oder Warum die Japaner einfach die Allerhärtesten sind

Engadget hat uns heute auf das Projekt "Face Visualizer" von Daito Manabe, Masaki Teruoka und Katsuhiko Harada aufmerksam gemacht. Manabe-san klebt sich dabei Kabel an bestimmten Stellen ins Gesicht und versetzt sich so im Takt der Musik Stromstösse, die wiederum die Gesichtsmuskulatur zum Zucken bringen.


Also sozusagen das Gegenteil von gestengesteuerter Musik: die Musik steuert die Gesten. 


Damit beweisen die drei Japaner, wie man angemessen für die Kunst leidet. Manabe-san beschreibt, dass sich die Stromstösse wie Nadelstiche anfühlen, und dass er manchmal nicht atmen könne, ein verzerrtes Sehfeld erhalte oder Licht und grüne Linien sehe. Die Musik kommt dazu auch eher hart fiepsig daher. Klar, damit es auch in den Ohren schmerzt, ist ja wohl Ehrensache.

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Geeks Rising: die neue selbstbewusste Geek-Kultur

In meinem Dictionary ist "Geek" so umschrieben: "an unfashionable or socially inept person". Die deutsche Übersetzung ist noch weniger schmeichelhaft: "Computer-Versessener, Fachidiot, Langweiler, Streber".

Harris Trinsky (Stephen Lee Sheppard) aus Freaks and Geeks

Ich bin ein Geek. Und ich sage: diese Definitionen sind veraltet. Viele von uns sind Geeks, die wenigsten davon sind sozial unbeholfen und langweilig sind Geeks praktisch nie.

Keiner kann dieses neue Selbstbewusstsein der Geeks so gut in Worte fassen wie Neal Stephenson. Ich kam das erste Mal mit Stepheson in Kontakt im Wired-Magazin. Er schrieb darin über Unterseekabel: "Mother Earth Mother Board" (Wired, Dezember 1996, 50 Seiten!). Einer der besten (und längsten) Artikel, die je über ein Technikthema geschrieben wurden.

Stephenson gilt als ein Science-Fiction-Autor, ein klassisches Geek-Genre. Dieses Label hat er sich wohl vor allem mit "Snow Crash" eingebrockt, ein Krimi in einer virtuellen Welt und das Buch, das den Begriff "Metaverse" geprägt hat. Stephenson befasst sich aber auch gerne mit historischen Themen, wie z.B. die faszinierende Abhandlung über die Entstehung der Kryptographie im Zweiten Weltkrieg in "Cryptonomicon" - auch das natürlich ein totales Geek-Thema.

Stephenson wurde deshalb eingeladen, am Gresham College in London über Science Fiction als Genre zu sprechen. Auch wenn der Vortrag lang ist (knapp 40 Minuten) - schaut euch das Video an. Macht euch eine schöne Tasse Kaffee/Tee, ich warte so lange.

Ein Transkript des Vortrags gibt es hier: Science Fiction Versus Mundane Culture (Gresham College)


Stephenson zerpflückt darin die Annahme, dass es überhaupt noch Genres gibt, die eine echte Aussagekraft haben. Er sieht die heutige Populärkultur stattdessen in zwei Äste aufgeteilt - die zwei unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen: "to geek out" und "to veg out". Es gibt "intelligente" Kultur, die uns fordert, die Vorwissen voraussetzt, die eine intensive Beschäftigung mit dem Thema verlangt. "idea porn". Das ist die Geek-Kultur. Und es gibt die banale Kultur (Stephenson verwendet "mundane"), die wir brauchen, wenn wir keine Energie mehr haben, wenn wir eben nur noch etwas rumvegetieren wollen. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner, nichts wird vorausgesetzt, und mit dem echten Leben hat es auch so gut wie gar nichts zu tun.

Für Stephenson ist aber gerade das Bedürfnis nach intelligenter Unterhaltung der Grund dafür, dass Science Fiction und Fantasy blühen. Und der Erfolg dieser Themen belegt, dass die Geeks nicht mehr einige wenige sozial Randständige sind - sondern wir alle.

Einige Zitate:

"Choose any person in the world at random, no matter how non-geeky they might seem, talk to them long enough and in most cases you will eventually hit on some topic about which they are exorbitantly knowledgeable, and, if you express interest, on which they are willing to talk enthusiastically for hours.  You have found their inner geek."

"This is how knowledge works today, and it is how it is going to work in the future: [...] a web of geeks, each of whom knows a lot about something.  Twenty years ago, we called them nerds and we despised them.  We didn't like the power that they seemed to have over the rest of us, and we identified them as something different from normal society.  Now we call them geeks and we like them just fine because they are us."

"Everyone gets now that this is how society is going to work, and as long as geeks bathe frequently enough and don't commit the faux pas of geeking out at the wrong time, in the wrong company, it's okay. It is better than okay; it is desirable."

Bill Haverchuck (Martin Starr) aus Freaks and Geeks

Es findet also eine Spezialisierung der Populärkultur statt. Die Inhalte werden komplexer, verlangen mehr von den Rezipienten und fordern deshalb eine vertiefte Beschäftigung. Damit wird in der Populärkultur das nachvollzogen, was in der Wissenschaft schon lange passiert ist. Den Rundum-Wissenschaftler gibt es seit mehr als 200 Jahren nicht mehr - man hat sich in Disziplinen aufgeteilt, analog zur Arbeitsteilung und der Industrialisierung. Nicht nur unsere Arbeit und unsere Forschung sind spezialisiert, sondern neu auch unsere Freizeit. Wir sind alle Spezialisten.

Man könnte nun diese Entwicklung betrauern und das Bild einer Welt voller Fachidioten zeichnen, die sich einsam mit ihrem Spezialgebiet befassen. Das Gegenteil ist der Fall: ich sehe diese Entwicklung als einen evolutionären Schritt. Die Voraussetzung zum Erfolg ist, dass sich die Spezialisten untereinander vernetzen. In der Wissenschaft ist das im Gang, mit einer Zunahme von interdisziplinären Ansätzen und dem ganzheitlichen Denken. In der Wirtschaft ist die Globalisierung eine konsequente Folge der Arbeitsteilung.

Damit könnte man die Menschheit als einen Organismus begreifen, die einzelnen Menschen als dessen Zellen. Wie sich das einzellige Bakterium im Laufe der Evolution zu hochkomplexen mehrzelligen Organismen entwickelt hat, so spezialisieren sich die Menschen. In einem komplexen Organismus gibt es verschiedene Zelltypen, die alle ihre Aufgabe erfüllen und zusammenarbeiten. Genau so funktioniert auch eine Gesellschaft.

Geeks sind also Menschen, die gemerkt haben, dass die Spezialisierung gesellschaftliche Vorteile bringt. Geeks gab es in der Menschheitsgeschichte schon immer. Dass sie sich vermehren, belegt ihre evolutionäre Attraktivität. Wir Geeks sind nicht "socially inept", sondern "socially indispensable".


Mehr von Neal Stephenson über Geeks gibt es hier:
It’s All Geek to Me (New York Times)
Turn On, Tune In, Veg Out (New York Times)

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Wuala startet - hm, tja


Wuala ist eine Online-Speicher-Lösung aus der Schweiz, ein ETH-Spinnoff. Heute startet die Public Beta. Wie immer bei solchen Beta-Starts ist die Seite im Moment offline.


Wuala kombiniert Online-Speicher mit P2P-Technologie. Wenn man eine Datei speichert, wird die lokal auf dem eigenen PC verschlüsselt und in viele kleine Teile zerlegt. Diese Teile werden dann auf PCs von anderen Wuala-Usern gespeichert (jeder Wuala-User stellt einen Teil seiner HD zur Verfügung). Diese Datei kann man dann von überall her abrufen.

Mein erster Eindruck: eine sehr spannende Idee, aber unglaublich schwer zu kommunizieren. Der Hauptvorteil der Idee liegt nicht beim Kunden (der einfach irgendwo einigermassen sicher seine Daten speichern will), sondern beim Anbieter (die in diesem Fall bei der Server-Infrastruktur sparen können).

Die Kommentare auf Techcrunch sind auch nicht grade vorteilhaft (wenn auch wahrscheinlich in einigen Fällen ziemlich voreilig):

Wuala Launches Social Grid Storage In Public Beta Tomorrow (TechCrunch)

Z.B.: "Horrible logo, horrible name and the app is pretty crappy too. It’s all Java and has a clunky interface that wants you to put a fork in your eyes. I’ve tried beta long time ago and uninstalled 10 min after."

Aua.

Vor allem aber erinnert das Logo ein bisschen, naja, wie soll ich sagen, an Brüste:


Was für den ETH-Geek natürlich ein Argument auf der Plus-Seite ist.


Update:
Luzi probiert es gerade aus und findet das Interface "also schön" und gar nicht clunky.

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Ode an den Fanboy in Haiku

Kämpfst du mit deinem
religiösen Eifer stets
nur für die Wahrheit!


Ten golden rules of videogame fanboyism (Destructiod)
«Fanboy»: jetzt ein offizielles Wort (DRS 3 Digital)

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