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Frank A. Meyer hat genug vom Internet

Klar! Dieses Internet hat sich hinter dem Rücken von FAM nämlich ganz hinterhältig verhalten. 

Foto: RDB/Sobli; bearbeitet

Das Internet ist an der Finanzkrise schuld: "[G]esetzliche Regeln oder gar Schranken für den Internet-getriebenen Finanzkapitalismus [gab es] nicht."

Das Internet meuchelt die Kunst: "Der Gesetzlosigkeit im World Wide Web fällt gegenwärtig gerade die Kulturindustrie zum Opfer. [... D]ie Künstler werden um ihre Einnahmen gebracht – und so um ihre ­materielle Existenz."

Und das alles noch bewusst, Blogger formulieren "die vulgäre Ideologie". Und jetzt hat Herr Meyer genug: "Dem faulen Zauber ist rasch ein Ende zu bereiten."

Herr Meyer ist muff, weil im Internet "die bürgerliche Rechtsordnung" nicht gelte. Er erzählt willfährig die Legende vom "Rechtsfreien Raum Internet" weiter und ignoriert, dass gegen Piraten auf der ganzen Welt Prozesse geführt und gewonnen werden. Und regt sich v.a. über Piratenpolitiker und Blogger auf, die der Meinung sind, dass man die bestehende Rechtsordnung evtl. anpassen müsste. Dabei wirft er alles schön in einen Topf:

"Der Raubtier-Kapitalismus greift sich neue Opfer. Internetfreaks [...], die selber offensichtlich wenig oder gar kein geistiges Eigentum zu schützen haben, verkünden unter dem romantischen Signet der Piratenflagge die Umwertung der bisher gültigen Werte.

Für Herr Meyer ist klar: Ein digitales Stück Musik, eine digitale Kopie eines Buches muss Geld kosten. Basta. Das war für Herr Meyer immer so und muss für immer so bleiben. Dass es für Musiker und Schreiber auch andere Wege gibt, viel Geld zu verdienen, klammert er aus. Dass es in der Geld-für-Geist-Frage oft nicht darum geht, die Urheber fair zu entlöhnen, sondern die riesige Verwertungsindustrie darum herum, klammert er aus. Dass der Preis der Herstellung einer digitalen Kopie eines Werkes gegen Null strebt und dass deshalb durchaus die Frage diskutiert werden darf, ob jede einzelne dieser digitalen Kopien auch noch etwas kosten darf, klammert er aus. Dass die schnelle, kostenlose Verbreitung von Information auch gute Seiten haben kann, klammert er aus. Den Umstand, dass die meisten Menschen in ihrem Alltag andauernd gegen Urheberrechtsgesetze verstossen und die Frage, ob man die nun alle kriminalisieren soll, klammert er aus.

Das sind halt furchtbar komplexe Fragen, das passt nicht alles in eine SoBli-Kolumne, die offenbar mehr dem Dampfablassen des Autors als der Meinungsbildung der Leser dient.

All diese Fragen werden nun in der "Online-Gemeinde" in ihren "Foren" seit Jahren diskutiert, oft auch intelligent und differenziert (ja, Herr Meyer, das geht im Internet!). Auf die Argumente eingehen muss Herr Meyer aber nicht. Er fasst den aktuellen Forschungsstand so zusammen:

"Die Online-Gemeinde sieht das anders: Sie beruft sich auf die Modernität ihres Spielmediums, auf ihre Jugend, auf die grosse Freiheit im Netz, auf Entgrenzung, auf virtuelle Anarchie, auf Revolution. Wer dagegen etwas einwendet, den bürstet sie ab."

Wer bürstet hier wen ab? Herr Meyer, es sind nicht die Blogger, die Revolution machen. Es ist die Informationstechnologie, die unsere Lebensumstände verändert. Wir erleben Umwälzungen in der Grössenordnung der industriellen Revolution. Es ist nichts als wahrscheinlich, dass sich auch die Rechtsordnung verändern, an neue Gegebenheiten anpassen wird.

"Der bürgerliche Rechtsstaat hat sich gegenüber Dieben und anderen Rechtsbrechern mit keinem Wort zu rechtfertigen."

Nein, muss er nicht, aber die Aufgabe der Politik ist es, über bestehende Gesetze und bestehende Lebensrealitäten nachzudenken, und evtl. Gesetze anzupassen. Das hat nichts zu tun mit Revolution, sondern ist der normale politischen Prozess. Und wenn Piraten Parteien gründen, Herr Meyer, dann nehmen sie aktiv an diesem Prozess teil, was einer Revolution nicht ferner sein könnte.

Ihre Kolumne habe ich übrigens online gelesen, gratis auf der Website blick.ch. Sie hätten es wohl lieber gesehen, wenn ich einen SoBli aus Papier gekauft hätte; ich bin aber sicher, dass Sie es auch mögen, wenn ihre Texte von möglichst vielen gelesen werden. Was ich jetzt gerne noch gewusst hätte: Worin unterscheidet sich Ihre Kolumne von den von Ihnen offenbar so verachteten Bloggern? Anständiges journalistisches Handwerk ist es wohl nicht.

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Die Angst des Feuilletonisten vor dem Gezwitscher

Ich frage mich, warum die Feuilletonisten eigentlich solche Angst vor Twitter haben.

Twitter boomt gerade gewaltig - je nach Schätzung zwischen 6 und 8 Millionen Benutzer, eine Zahl, die sich in den letzten zwei Monaten verdoppelt hat. Während die Blogosphere einen weiteren Erfolg eines Web-2.0-Projektes feiert, die Einfachheit der Anwendung lobt oder von den Möglichkeiten schwärmt, zeigen sich die alten Medien einmal mehr verwirrt, verständnislos und teilweise offen feindselig.


Ein Beispiel dieser Ablehnung: die Fragen, die Spiegel Online dem Gründer von Twitter, Evan Williams, stellt:

"Befeuert Twitter Narzissmus und Dummheit?"
"Das meiste, was auf Twitter kursiert, ist belangloses Geschnatter von zweifelhaftem Erkenntniswert."
"Sie [...] haben bislang überhaupt kein funktionierendes Geschäftsmodell [...]. Das kommt vor dem Hintergrund einer kollabierenden Weltwirtschaft schon etwas dekadent daher."
Usw.usf., mehr davon hier: Macht twittern dumm, Herr Williams? (Spiegel Online)

Da gefällt sich jemand aber sehr in der Hard-Hitting-Investigating-Journalist-Pose. Immerhin hat Williams die Gelegenheit zu kontern:

"Es ist mir ein Rätsel, warum von jedem neuen Medium verlangt wird, dass es uns plötzlich in Wesen verwandelt, die nur noch Weisheiten absondern. [...] Außerdem: Wer sagt denn, dass belangloses Geschnatter wertlos ist? Es ist immerhin ein menschliches Grundbedürfnis, die eigenen Gedanken mit anderen zu teilen - und für die sind meine Gedanken gar nicht belanglos, weil ein persönliches Interesse besteht."

Das entlarvt den Feuilletonisten. Er hat den Anspruch, ein grosses Publikum zu erreichen, und rechtfertig das, indem er glaubt, dass jeder von ihm abgesonderte Satz vor Relevanz nur so strotzt. Auf Twitter erreichen einzelne ein vergleichbar grosses Publikum - da muss der Futterneid durchbrechen.

Hach, welche Ironie! Die echten Journalisten halten sich offenbar für etwas besseres - verfehlen es aber gerade in ihren Twitter-Bashings, diesem Anspruch gerecht zu werden. Warum anständig recherchieren, wenn man stattdessen ein, zwei Stunden auf search.twitter.com rumhängen kann und sich die blödesten Meldungen in seinen Moleskine notieren kann? Wenn sich die Eigenheiten und Subtilitäten bis dann noch nicht eröffnet haben, ist natürlich das Medium schuld! 

Klar, sich über ungelenke Posts von Politikern lustig zu machen, das schreibt sich locker-luftig. Über ein neues Medium nachzudenken, fällt offenbar schwer:

"Wenn ich wollte, könnte ich ununterbrochen [...] Menschen, die ich kaum kenne, inhaltsarme Minitexte senden. Ich brauche aber hin und wieder Zeit zum Nachdenken, ich lese auch ganz gerne mal einen längeren Text. Dazu muss ich mich konzentrieren, ich ka nn nicht gleichzeitig simsen.

Das ist richtig, Herr Martenstein, das könnten Sie. Wenn Sie denn wollten, könnten Sie aber durchaus auch nachdenken und gehaltvolle Diskussionen führen auf Twitter, mit Menschen die Sie kennen oder noch kennenlernen. Leider haben Sie sich dafür entschieden, nicht nachzudenken, und das statt an Twitter an Die Zeit zu senden. Dort wird es veröffentlich, weil es so cool ist, wenn sich ein Journalist "gegen den Mainstream stemmt" und über etwas schreibt, worüber alle schreiben und es irgendwie doof findet, weil es alle Kollegen irgendwie doof finden.


Diesen reflexartigen Zuckungen dürfen wir nun offenbar jedes Mal zusehen, wenn sich diese Interwebs wieder etwas neues ausdenken. Blogs, Second Life, Facebook  waren schon dran, jetzt darf Twitter den Kulturpessimismus befeuern.

P.S.
Ich erinnere gerne an die Titanic, die den Second-Life-Medien-Hype vor zwei Jahren so kommentiert hat:
Die zur Recherche verknurrten Journalisten stehen sich gegenseitig auf die Füsse und wundern sich, dass sie nicht verstehen, was da abgeht.

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Der Tages-Anzeiger drückt den grossen roten Panikknopf

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als die alten Medien bei jeder Gelegenheit ihre Vorherrschaft reklamiert und abschätzig über Blogs oder Social Media wie Digg berichtet haben. Klar, das sei alles wahnsinnig interessant, aber das seien halt keine richtigen Journalisten und auch keine richtigen Medien.


Nun scheint es, dass immer mehr alte Medien die Methoden der neuen Medien übernehmen, in einem verzweifelten Versuch, ihren Leserzahlen-Erdrutsch zu stoppen.


Persoenlich.com berichtet heute über die neue Ausrichtung des Tages-Anzeigers. Man redet laut persoenlich.com von einem Paradigmenwechsel:

"Die Zeitung soll vom Belehrenden weg und mehr entsprechend dem Leserinteresse entwickelt werden. Dabei will man sich am Newsnetz orientieren. Beim Online-Verbund werden die Leserzahlen für jeden Artikel peinlich genau und in Echtzeit gemessen. Was den Leser nicht mehr interessiert, verschwindet von den prominenten Positionen. Bei der Print-Ausgabe des "Tagi" kann man zwar das Interesse am einzelnen Artikel nicht messen wie beim Newsnetz, trotzdem soll der Wunsch des Lesers noch mehr Befehl sein. Wie interne Quellen erzählen, werde man künftig aufgrund der Klickzahlen entscheiden, welche Themen und Geschichten im "Tagi" aufgemacht werden. [...] Tamedia Verwaltungsratspräsident Pietro Supino soll vom Newsnetz so begeistert sein, dass er sogar einen Web-Seismographen im Büro hängen hat. Auf dem einen Flachbildschirm kann er jederzeit die vom Publikum am meist gelesenen Artikel überblicken, die vom Newsnetz produziert werden."

Also genau das, was Digg schon lange macht - und genau das, worüber bis jetzt die richtigen Journalisten ihre Nasen so stark gerümpft haben, dass das Blut kam.

Mal davon abgesehen, dass es mich milde amüsiert, dass sich der Tagi offenbar als "belehrend" einschätzt: was ist an belehrend denn so schlimm? Ich halte das eigentlich für eine Kernaufgabe einer guten Zeitung. Wozu soll ich die sonst lesen wollen? Damit sie mir sagt, was ich schon weiss?

Ausserdem: Gegen die Gratiszeitungen anzutreten, indem man sich ihnen annähert, ist keine gute Idee. Wenn sich der Tagi am Schluss gleich liest wie das 20min, dann ist letzteres immer noch gratis. Für welches Blatt entscheiden sich die Pendler dann wohl?

Aus diesen Gründen zweifle ich auch etwas daran, dass die internen Informationen, die persoenlich.com da erhalten haben will, wirklich ein vollständiges Bild der Tagi-Strategie zeichnen. Ich gehe davon aus, dass man - wenn das erste "Wow!-Zahlen!"-Flash mal verraucht ist - mit diesen Statistiken macht, was man mit jeder Statistik machen sollte: zur Kenntnis nehmen, nicht mehr und nicht weniger.

Was meint ihr? Geht der Tagi zu weit? Oder bin ich auf dem falschen Dampfer und stehe der Demokratisierung der Schlagzeile im Weg?

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LiLo schmollt wegen Facebook


Lindsay Lohan wurde aus Facebook ausgesperrt. Schreibt sie jedenfalls auf MySpace. Das trifft die junge Dame schwer:

"wow! i was in shock. [...] it was disabled because they believe that i was a fake of myself. genius. here i am loving facebook (as well as myspace-hehe) but going on facebook to talk to some of my friends and they are thinking that I AM THE "FAKE" OF MYSELF!!! hahahahahaha.. at first i laughed, and then i got angry. angry because, with ALL the people that PRETEND to be me on facebook, they decide to say I AM THE FAKE- of myself. all i can think is, WHO is running this site?"

Lohan scheint ausserdem zu den zahlreichen Kritikern des neuen Facebook-Layouts zu gehören:

"here they are re-designing the look on the site when they should be setting up a more secure way of allowing people to set up an account."

Und wie es sich für selbstbewusste Frauen gehört, weiss LiLo genau, was sie will:

"maybe i am just venting, but i am also writing this blog in hopes that the people at facebook will un-disable my account and allow me to sign in the EXACT same way it was, same friends, same emails, same "pets" and so on.."

Upset with Facebook (Lindsay Lohan, MySpace)

Nur wenig später zeigt Facebook bei mir plötzlich nichts mehr an, nur noch das hier:

Klar, wenn die Lohan hässig ist, würde ich auch gleich alle Server runterfahren und schauen, dass ihre Pets wieder EXAKT so sind WIE VORHER!



Update:

Dass Facebook down ist, hat vielleicht eher etwas damit zu tun:

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Getwitter aus Mumbai

Die Terroranschläge in Mumbai werden in der Blogosphere intensiv diskutiert, weil erste Beschreibungen von Augenzeugen über Twitter verbreitet wurden. Wohl auch aufgrund der Zeitverschiebung zu den USA waren diese Berichte über Twitter schneller und deutlich vor der Berichterstattung im Fernsehen verfügbar.

First Hand Accounts Of Terrorist Attacks In India On Twitter, Flickr (TechCrunch)

Einige Exponenten der Web-2.0-Clique geraten darob aus dem Häuschen:

I Can’t Believe Some People Are Still Saying Twitter Isn’t A News Source (TechCrunch)
Yes, Twitter is a source of journalism (Mathew Ingram)

Michael Arrington schreibt: 

"You can jump up and down and shout all you want that Twitter isn’t a real news source. But all you are doing is viewing the world through a reality lens that’s way outdated. People want information fast and raw from people who are on the scene. If it gets a little messy along the way, that’s ok. [...] What matters isn’t any individual Twitter message and whether it’s right or wrong. It’s the organism as a whole, the aggregate, that lets people stream what they’re witnessing in real time to the world. That aggregate stream gives us more information, faster, than anything before."



Ich störe mich dabei weniger an der Argumentation als an den verwendeten Begriffen. "Source" geht gerade noch durch, "Journalism" aber nicht mehr. Was wir auf Twitter sehen, sind Augenzeugen-Berichte. Twitter ist damit ein Quelle für Journalismus, nicht mehr und nicht weniger.

Arrington nimmt an, dass wir selber Quellenarbeit leisten wollen/können. Dass wir die Nachrichten direkt, schnell und roh erhalten wollen und dass wir dann in der Lage sind, uns ein eigenes Bild zu machen. Er geht davon aus, dass die aggregierten Augenzeugenberichte und die Reaktion anderer Twitterer darauf Fehler oder Fehleinschätzungen korrigieren.

Das ist eine sehr eingeschränkte Auffassung davon, was Journalismus leisten soll und was die interessierte Öffentlichkeit von Journalimus erwartet. Es ist eine Reduktion auf reines Reporting. Ein Augenzeuge ist kein Journalist.

Gute Journalisten können eine Geschichte packend erzählen, können Ereignisse einordnen in einen grösseren Kontext, können zwischen dem unbeteiligten Empfänger und dem Ereignis eine Brücke bauen, können eine Auswahl treffen, die mich auch gut informiert, wenn ich nur wenig Zeit habe, mich mit einem Thema auseinander zu setzen.

Journalisten, deren Berichterstattung und Hintergrund ich kenne, kann ich vertrauen. Auch die Institution, der sie angehören - die eine nachvollziehbare Geschichte hat und Regeln einhält - verdient sich dieses Vertrauen.

Ich sage nicht, dass Blogger und Twitterer dies nicht leisten können. Es erfordert aber mehr Können und Vorwissen, als man bei Augenzeugen voraussetzen kann.

Ich glaube nicht, dass die Newskonsumenten in jedem Fall die Arbeit der Quellenkritik und der Einordnung selber erledigen wollen. Es ist zwar gut, dass wir dank neuer Technologie diese Möglichkeiten haben, wenn wir sie nutzen wollen. Daraus aber zu schliessen, dass alte, bewährte Formen der Information nicht mehr benötigt werden, ist schlicht Unsinn.

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Aufregung um Kaffee auf Eis

Eigentlich eine ganz kleine Geschichte: ein Blogger geht in eine Bar, bestellt einen Espresso auf Eis, sagt der Barista: "I’m sorry, we can’t serve iced espresso here. It’s against our policy." Der Blogger regt sich fürchterlich auf, schreibt einen fulminanten Rant, die Fuck-Yous und Goddammits fliegen einem nur so um die Ohren, wie man es gern hat in Amerika und wie wir es hier in der Schweiz niemals tun würden, lieber die Zunge abbeissen.



Die Details hier:

Die Reaktion des Besitzers von Murky Coffee bleibt natürlich nicht aus:
Mein Lieblingszitat: "If you ever show your face at my shop, I'll punch you in your dick."

Soweit, so putzig. Zwei geraten sich in die Haare wegen nichts.

Aber: weil die Geschichte gebloggt wird, und weil der Post von Boing Boing und Metafilter und anderen entdeckt wurde, schauen dem kleinen Streit plötzlich einige Millionen Leser rund um die Welt zu. Ohne Blogging nicht denkbar. Im besten Fall würde sich ein Tagi-Kolumnist aufregen, und einige Wochen später erzwänge der Barista eine kleine Gegendarstellung. Und vielleicht 4 Leserbriefe.

Auch wenn das an unserer Lebensrealität nichts ändert: ich finde das trotzdem ganz hervorragend.

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Die 100 - 10 - 1 Regel im Praxistest

Erst zwei Wochen alt und schon Zeit für eine Bilanz? Entschuldigt, wenn es hier schnell etwas selbstreferenziell wird.
 
Jede Menge gepostet hab ich in der Zeit. Umso motivierender ist es, dass die Posts auch gelesen werden. Im Schnitt habe ich ca. 100 Views pro Post. In der Regel dauert es einige Tage, bis sich die Views dort einpendeln; Posts die älter sind als eine Woche werden kaum mehr gelesen. Spitzen erreichen 200 Views.
 
Das freut und motiviert mich enorm! Danke!
 
Ich habe also knapp 100 Leser (ja, ich weiss, Views sind nicht gleich Leser; lasst mir die Freude!). Damit kann ich ab sofort die 100-10-1-Regel anwenden. Die besagt folgendes: Von 100 Personen, die online sind, erstellt eine Person Inhalt, 10 tragen etwas dazu bei und der Rest konsumiert. Also einer schreibt einen Post, etwa zehn kommentieren, und hundert lesen.
 

What is the 1% rule?

 
Bei mir hier stimmen die 1 und die 100. Wo es noch etwas hapert, ist mit der 10. 10 Kommentare pro Post erreiche ich bei weitem nicht. Ich freue mich aber über jeden einzelnen, und darum dürfen es ruhig noch etwas mehr werden.
 
Ihr seid gefordert! Wie bringe ich euch dazu, mehr zu kommentieren?

 

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Darf man das bloggen?

Am Anfang war das Blog und man sah es war gut und dann stellen sich aber gleich einige grundsätzliche Fragen.

1. Wie direkt darf man sein?

Wer mich kennt, weiss, dass ich ihm Privaten nicht zimperlich bin, wenn es um Kraftausdrücke geht. Analmassage und Hitlerwitze rollen mir leicht von der Zunge. Darf und soll ich diesen Stil hier verwenden?

Teufel: Das ist ein privates Blog, hier darfst du fluchen soviel du willst.
Engel: Das ist ein öffentlich zugängliches Blog, und wird von Leuten gelesen, die du nicht kennst.
Teufel: Das ist mir wurscht, niemand wird gezwungen, das zu lesen.
Engel: Du trittst nicht anonym auf. Damit könnten deine Aussagen hier auch auf deinen Arbeitgeber abfärben; immerhin ein öffentlich-rechtlicher Sender, der sowohl per journalistischen Richtlinien als auch per Gesetz/Konzession zur ausgewogenen, sachlichen Berichterstattung verpflichtet ist.
Teufel: Wenn du am Stammtisch fluchst, färbt das auch nicht auf deinen Arbeitgeber ab. Deine Leser erwarten, dass du gerade hier dein SRG-Mäntelchen ablegst.
Engel: Deine Freunde können vielleicht Mäntelchen unterscheiden, Fremde und potentielle Quellen aber nicht.

2. Wie politisch darf man sein?

Dito. Rede ich privat gern drüber. Darf ich hier?
Auch die Argumentation verläuft ähnlich; lediglich die Gewichtung der Argumente ist bei politischen Aussagen etwas anders wie bei Kraftausdrücken.

Spannend wird es, wenn es um Angriffe auf Personen geht - etwas, das ich privat gern und blumig mache. Wird das aber öffentlich geäussert, bewegt man sich potentiell im Bereich des Strafbaren. Ist ein Blog öffentlich? Auch wenn es vor allem von Bekannten gelesen wird?

Was meint ihr? Und wenn ich schon frage: worüber wollt ihr eigentlich allgemein lesen? Grosse Themenwunschliste go!
3 .. 2 .. 1 ... Mitmachinternet!!
  • Games, alles andere ist langweilig!
  • Gadgets, weil ich noch mehr Geld für Grätli ausgeben muss!
  • Popkultur, weil ich voll der Supatopstyler bin!
  • Blogosphere, weil ich am liebsten auf meinen eigenen Nabel schaue!
  • Politik, weil meine Tageszeitung einfach auf dem falschen Dampfer fährt!
  • Hitlerwitze, weil man darüber so befreit herauslachen kann!
  • Urheberrecht und Kopierschutz, weil ich das dann kopieren und auf dem Pausenplatz verkaufen kann!
  • iPhone, iPhone, iPhone, iPhone!
  • Alles, nur nicht iPhone!
  • Mir egal, ich lese alles.
  • Mir egal, ich kann nicht lesen.
  • Mehr Bilder!
 Andere Vorschläge: rein in die Comments!

 

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Herzige Tierli auf BoingBoing

Dieses Video (und viele andere) mit herzigen Katzen wurde diese Woche auf BoingBoing gepostet:


 
Auf den überraschenden Schluss warten!
 
Jetzt aber ernst: Normalerweise beschäftigt sich BoingBoing z.B. mit Privatsphäre und anderen Digital-Lifestyle-Themen. Warum plötzlich dieser Jööh-Anfall?
 
Weil die Boinger diese Woche einen unangenehmen Blogosphere-Sturm durchstehen mussten. Dabei geht es um die Sex-Kolumnistin Violet Blue. Blue hatte auch einige Male auf BoingBoing gepostet. Vor knapp zwei Wochen musste Blue feststellen, dass ihr Inhalt von BoingBoing verschwunden war.
 
 
Bald wurde klar, dass das kein technisches Problem war, sondern eine gezielte Löschung durch die BoingBoing-Admins. Die Blogosphere geriet in Aufruhr, die Gerüchte und Theorien schossen ins Kraut.
 
 
Weiter angeheizt wurde die Kontroverse durch den Umstand, dass sich BoingBoing sonst immer für Transparenz und Redefreiheit stark macht. Für viele war diese Löschung ein Verrat an den eigenen Prinzipien. Und die Boinger schwiegen lange, was die Wogen nicht glättete. Und als sie sich schliesslich doch zu einem Statement durchrangen, war dieses alles andere als erhellend:
 
 
Die Kontroverse wurde sogar in der L.A. Times aufgegriffen:
 
 
Bis jetzt ist der Grund für die Löschung nicht bekannt. Das Bedürfnis nach etwas kuschelig unschuldigem stieg jedenfalls stark an.
 
Für die Löschung spricht:
- BoingBoing ist ein privates Blog und kann löschen, was sie wollen.
- Private Probleme muss man nicht ausplaudern.
 
Und gegen die Löschung spricht:
- Wer sonst Transparenz und Redefreiheit einfordert, muss selber gerade in belastenden Situationen diese Ideale hochhalten.
- BoingBoing ist einflussreich und wird von sehr vielen Leuten gelesen und kann sich deshalb nicht mehr auf die "Wir sind privat"-Position zurückziehen. Eine Zeitung gehört auch einem Privaten, hat aber trotzdem einen öffentlichen Auftrag.
- Warum löschen? Nichts mehr neues publizieren hätte auch gereicht.
 
Ich tendiere eher zu letzterem. Blogger können nicht dauernd die gleichen Rechte wie offizielle Medien einfordern, und sich dann beim einem schwierigen Fall aus der Verantwortung stehlen. Rechte bringen Pflichten mit sich.
 

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Posterous' Missing Features

This is a list of what I miss on Posterous, in no particular order:

  • edit comments
  • use images in comments (just attach them in the email reply)
  • ability to use different themes, or even better: to edit stylesheet - can be simple, just to change fonts, colours
  • see how much space I have left on the account (how many more pictures can I post?)
  • tag posts, and a nice auto-generated tag menu
  • search posterous for other content (to find posts on a blog or to find other blogs)
  • ability to embed snippets, e.g. Google Analytics
  • correct handling of international date/time; show time of post, not just date

I will update if something else comes to mind - or if the Posteronians implement a feature ;)

Update 1:

  • allow links in comments (when emailed - apparently, the link shows up in the email sent, but not on the page - a bug?)
  • transform Youtube link in post into embedded player if post is edited on site
  • manage posts: in addition to the number of views per post also show the number of comments

Update 2:

  • add links in the post editor (currently, only formatting is possible)
  • embed ads with Google AdSense

 Update 3:

  • is there a way to see how many people subscribe to the blog via RSS?
  • top 5 most read articles list on frontpage (sidebar)
  • make Facebook funtion "Share on Facebook" work better. Now, it uses the page lead as exerpt, instead of the first paragraph of the actual text. I know, not really a Posterous problem, but since I use this FB-feature a lot, maybe there is a workaround
Update 4:

Almost all missing features have been added - search today (11/24). Still missing:
  • Style sheets
  • Embed snippets (Google Analytics possible now)

Update 5:

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