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Realer Raubüberfall mit virtueller Beute


Zwei holländische Teenager wollten unbedingt ein bestimmtes Amulett und eine Maske in RuneScape besitzen. Weil sie sich das nicht selber erspielen konnten, gingen sie zu einem dritten Jungen nach Hause, verprügelten ihn, bedrohten ihn mit einem Messer, und zwangen ihn so, mit seiner Spielfigur (die die begehrten virtuellen Gegenstände besass), ihren eigenen Spielfiguren die Maske und das Amulett auszuhändigen.

Diese beiden Teenager wurden nun von einem holländischen Gericht zu 150 resp. 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Das ist meines Wissens die erste Verurteilung wegen virtuellen Diebstahls.

Die Verteidigung argumentierte, dass es sich nicht um Diebstahl handeln könne, weil es nicht um reale Gegenstände ging. Das Gericht war anderer Meinung: die Unterscheidung zwischen real und virtuell sei nicht relevant, es handle sich hier um einen echten Raubdiebstahl.

Damit leisten die holländischen Gerichte und Strafverfolgungsbehörden Pionierarbeit. Immer mehr Menschen verbringen Zeit in virtuellen Welten und häufen dort in der Regel virtuelle Besitztümer an. Ein Verlust derselben wird ähnlich empfunden wie der Verlust eines realen Gegenstandes. Deshalb werden sich in Zukunft immer mehr Gerichte mit diesen Fragen befassen müssen (wie ich an anderer Stelle schon ausführlich prophezeit habe).

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