Pro Juventute: "Kriegsspiele müssen sich ans Völkerrecht halten"
pro juventute und TRIAL wollen Hinweisen nachgehen, wonach wirklichkeitsnah gestaltete Kriegsspiele teilweise Szenen enthalten, die Spielende zu völkerrechtswidrigem Verhalten verführen, indem sie beispielsweise ungestraft Zivilpersonen oder gefangene Kämpfende töten können. Deshalb überprüfen die beiden Organisationen ausgewählte Kriegsspiele auf ihre Verträglichkeit mit universell anerkannten Regeln des Kriegsrechts.
- Ich bin gespannt, welche Spiele/Szenen sie da ausgraben. Mir fällt spontan gerade kein Kriegsspiel ein, in dem Kriegsgefangene oder Zivilisten vorkommen. Werden Aliens eigentlich auch vom Völkerrecht geschützt?
- Wie genau sollte das Völkerrecht im Spiel dann umgesetzt werden? Wenn man einen Zivilisten erschiesst (der nicht etwa Zombie-fiziert war), setzt das Spiel dann aus, während man auf einen Prozess vor dem virtuellen internationalen Gerichtshof warten muss? Und wie soll eine Bestrafung im Spiel aussehen?
- Folgt Pro Juventute der Logik, dass für Killerspiele das Strafrecht und für Kriegsspiele das Völkerrecht zuständig sind?
- Kollege Widmer lässt fragen, ob man dann nicht konsequenterweise Monopoly unter die Aufsicht der Bankenkommission stellen müsste?
- Wird hier nicht die Realität etwas gar arg mit dem Spiel vermischt? Wirft Pro Juventute nicht genau das sonst eher den Gamern vor?
- Glaubt ein gestandener Völkerrechtsprofessor tatsächlich, dass man von einem Spiel zur Rechtslosigkeit erzogen wird? Dass z.B. Kindersoldaten Drogen eingeflösst werden, wusste ich. Dass die auch zum Gamen gezwungen werden, wäre mir neu.
