Final Fantasy 13 im Zucker-Rausch
Final Fantasy 13 ist ein klassisches JRPG, ein japanisches Rollenspiel, das die glanzvolle Tradition der Final-Fantasy-Serie fortführt - ein wilder, farbenfroher Mix aus Ethno-Mystik, Science Fiction und Pop.
Final Fantasy 13 ist ein klassisches JRPG, ein japanisches Rollenspiel, das die glanzvolle Tradition der Final-Fantasy-Serie fortführt - ein wilder, farbenfroher Mix aus Ethno-Mystik, Science Fiction und Pop.
Ich konnte es schon nicht mehr hören: Wieviele Kritiken haben FFXIII wegen seiner Linearität zerissen? Seit wann ist die Linearität zu einem derartigen Kontra herangewachsen, dass man derart darüber vernichtend schreibt anstelle Pro und Kontra abwägt, was die Linearität mit sich bringt (wie sollte man sonst eine solche Geschichte erzählen)? Oder haben wir es hier mit einem Knallharten Wettbewerb zu tun bei dem, alles nicht westliche erst mal zerrissen wird bzw. zerrissen werden muss (Fanboyismus in Chefetagen und Journalisten)? Vor der Xbox (nennen wir sie die westliche Spielkonsole), war alles was aus Japan kam gut bis sehr gut. Heute ist es "linear". Haben wir das Fallout3, GTA, STALKER und Co. zu verdanken die als ausgezeichnet bezeichnet werden, bloss weil sie in einer offenen Spielwelt angesiedelt sind, aber (in meinen Augen) eher einschläfernd sind? Oder eben der neuen Generation an japanophoben-Xbox-Kids? Fairerweise muss ich mich hier als Weeaboo outen und es scheint fast so als ob mich der Fanboy Virus doch noch erwischt hat.
Jedenfalls macht mir FFXIII bis jetzt (leider kaum gespielt) einen solideren Eindruck als FFXII und lässt mich voller vorfreude jubeln, da schon Versus XIII in der Aufwärmphase ist und der eigentliche Nachfolger der Macher von FFX ist. Hätte ich doch nur mehr Zeit. =^.^=
matane
Und ja, ich glaube, da ist ein kultureller Graben, der sich auftut, aber nicht nur zwischen Ost und West. Final Fantasy ist wie Popmusik (Das war in FF X-2, wo die Heldinnen zu Beginn sogar tatsächlich ein Popkonzert geben, nicht?), und Pop verträgt sich schlecht mit Dungeons & Dragons oder Apokalypse. Und Final Fantasy richtet sich an eine sehr breite Masse, und damit haben die echten Rollenspiel-Fans eben auch ihre liebe Mühe; man möchte eigentlich gar nicht aus der Nische der Subkultur herauskommen.
Die Sandkastenwelt von GTA liebe ich ja auch sehr, aber gerade die Erzählweise von GTA ist sehr linear und funktioniert ganz traditionell mit Cutscenes (die einfach hervorragend getextet und gespielt sind).
Klar, GTA ermöglicht uns, eigene Geschichten zu schreiben, eigene Entdeckungen zu machen, und Final Fantasy hindert uns daran mit aller Kraft. FF13-Director Motomu Toriyama sagte dazu: "When you look at most Western RPGs, they just dump you in a big open world, and let you do whatever you like... [It] becomes very difficult to tell a compelling story when you're given that much freedom."
Das ist natürlich eine sehr altmodische Ansicht und es gibt neben GTA einige weitere Gegenbeispiele. Trotzdem klingt die Diskussion in den Reviews über Linearität sehr nach einem Free-Jazzer, der Punk einfach primitiv findet - und dabei vergisst, dass es total schlechten Free-Jazz und total guten Punk gibt.
SE – und die japanische Spielindustrie im allgemeinen – stehen zur Zeit mächtig unter Druck. Da ist es schon immer ganz schön praktisch, auch noch etwas drauf rumzureiten. SE produziere nur noch schlechte Spiele und so weiter und so fort. Dabei hat SE in den letzten Jahren auch ein paar Perlen wie «The World Ends With You» oder (imho) «FFXII Revenant Wings» für den DS produziert...
Aber ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Linearität ein Schnitzer war. Klar, es gibt auch andere lineare Games und keine schreit danach. Aber was wollen FF-Fans? Genau: Mehr oder weniger das selbe wie immer, nur halt mit ein paar neuen Features. Und FF war nun mal halt immer ein auf Dungeons basierendes Spiel, dann wollen die Fans halt genau das.
Die ewig gleichen Monsterkämpfe hingegen stören die Fans nicht, die gabs auch schon immer. Manche Leute stehen halt aufs Leveln.
Dein Argument mit der schönen Grafik kann ich auch nicht so ganz teilen. Ein schönes Design ist immer was Gutes, aber noch lange keine Rettung für ein durchschnittliches Spielsystem. Zudem gibt es heute eine ganz schön breite Masse an schönen Spielen.
Apropos: Dein Beispiel mit dem kristallisierten See erinnert mich ganz schön stark an die Jade Sea in GW ^^
Ich will damit nicht sagen, dass FFXIII schlecht sei. Schliesslich hab ich es selber noch nicht mal angespielt. Darum überlass ich das Urteilen lieber andern.
Blubb, irgendeinen Punkt habe ich jetzt noch vergessen, aber egal, vielleicht fällts mir später wieder ein...
Ach, und zu «kawaii»: Ist FF kawaii? Ich weiss ja nicht. Der Ausdruck wird ja in der Szene kaum noch verwendet und hat sich schon fast zum Schimpfwort entwickelt. Zu viele Fangirlies, die nach jedem zweiten Satz «kawaii~» rumschreien.
Und zu den Dungeons: Die sind doch auch total linear. Vorne rein, durch den Gang kämpfen, Endgegner, Cutscene. Nach deiner Logik müssten die Fans FF13 also mögen. Wenn nicht, dann mehr, weil man ihnen Grinding weggenommen hat. Oder verstehe ich dich falsch?
Und nein, das ist nicht einfach ein weiteres schönes Spiel. Ich bin sonst total einverstanden mit dir, Grafik allein reisst nichts raus und die meisten Spiele heute sehen gut aus. Aber FF13 sticht für mich auch auf diesem hohen Niveau immer noch deutlich oben raus, weniger aus technischen Gründen, sondern eben wegen des beschriebenen Einfallsreichtums.
«@tsundere: Was meinst du denn zum Leona-Lewis-Coversong? Ich nehme an, als Japanophiler vermisst du das J-Pop-Gedudel ;)»
Ich persönlich stehe eher so auf etwas «erwachsenere» Musik und Bands wie U2... Diese Pop-Sternchen können mir alle gestohlen bleiben, zumal ich sie sowieso nicht voneinander unterscheiden kann. Ob es jetzt nötig ist, ein westliches Theme zu produzieren, fragt sich. Soweit ich weiss, hat man bis jetzt einfach noch englische Vocals drübergebastelt.
Aber ja, wenn du direkt fragst: Mir gefällt das Originaltheme besser. Es ist auch FF-artiger.
Und zwar nicht nur von der Musik her, sondern auch der Text: «Ich steh auf, dusche, schminke mich...» srsly OMG sind wir hier im Beautysalon oder kämpfen wir gegen Leuchtschnecken?
«Und zu den Dungeons: Die sind doch auch total linear.»
Lineare Games: Du rennst durch.
Dungeons: Du rennst in jede verdammte Sackgasse, bis du den richtigen Ausgang endlich findest.
Was man jetzt daran so toll findet, musst du nicht mich fragen, ich bin eh eher PvP-Spielerin. Aber ich hätte als Entwickler auf traditionelle FF-Werte gesetzt, wie gesagt.
«Wenn nicht, dann mehr, weil man ihnen Grinding weggenommen hat. Oder verstehe ich dich falsch?»
Kann sein. Ich kann nur für mich sprechen, und ich fand an FF das Grinding nicht spannend, wie in anderen Spielen auch nicht. Mich interessierte mehr die Story. Da gehen mir zum Beispiel die oben genannten GTA-Zwischensequenzen mehr auf den Wecker, als die von FF.
«Aber FF13 sticht für mich auch auf diesem hohen Niveau immer noch deutlich oben raus, weniger aus technischen Gründen, sondern eben wegen des beschriebenen Einfallsreichtums.»
Das hat man vielleicht auch früher schon gesagt, aber... Wer jetzt mit welcher Technik wie realistische Games machen kann, irgendwie ist mir das egal. So Titel wie Heavy Rain finde ich sogar schon recht hässlich, die Figuren sehen alle so plastifiziert aus.
Grafisch freue ich mich schon total auf Blade & Soul, das finde ich auch sehr ansprechend. Vielleicht nicht einfallsreich, aber da würde ich gern die Landschaft erkunden gehen.
«Das alles würde ein Entwickler im Westen niemals wagen, das geht nur mit Kawaii im kulturellen Hintergrund.»
Da hast du allerdings recht. Obwohl einige Entwickler doch schon eindeutig anfangen, diesen asiatischen oder auch den Kawaii-Stil zu kopieren. Vielleicht nicht grad im Shooter-Bereich, aber es gibt immer mehr, die es gezielt auf dieses Publikum abgesehen haben.
Die FF-Figuren hingegen sind keinesfalls kawaii. Sie sind... halt einfach FF-artig. Kawaii ist was anderes.