Bully Herbig ist es langweilig
Bully Herbig, bekannt dank kulturellen Höhepunkten wie "Schuh des Manitu" und "Traumschiff Surprise", hat grade gar nichts zu tun.
Und deshalb klagt er gegen das Game "Bully" und will es verbieten lassen. Es bestehe Verwechslungsgefahr, mit ihm, dem wahren Bully. Und er wolle nicht mit einem "Gewaltspiel" in Verbindung gebracht werden. Die Verwechslungsgefahr bestehe v.a. auch, weil Take Two (Vertrieb von Rockstar und damit dem Game Bully) auch das Spiel "Traumschiff Surprise" vertreibe.
Damit beweist Bully, was ich schon länger vermutet habe: nicht nur seine Witze sind hirntot, sondern er selber auch. Klar, jemand, der sein beträchtliches Vermögen vor allem mit schlechten Witzen über Schwule verdient, kann den etwas subtileren Humor im Game Bully natürlich nicht verstehen.

Bully ist genau so wenig ein Gewaltspiel, wie Traumschiff Surprise ein Science-Fiction-Film ist. Wer das Spiel auch tatsächlich mal gespielt hat, weiss, dass die Hauptfigur unter Bullys leidet, und eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will. Die anlässlich der Veröffentlichung des Spiels geführte Diskussion, ob das Spiel echte Schul-Bullies verherrliche, ist ebenso lächerlich wie die Klage Herbigs.
Das deutet übrigens auch die Vorsitzende der Münchner Zivilkammer an: sie habe "Probleme mit der Anspruchsgrundlage", meint sie in wunderbarem Amtsdeutsch. Weder sei Herbig als Spieleproduzent bekannt, noch sei sicher, ob Verwechslungsgefahr auch eingeklagt werden könne, wenn ein Titel nicht mit einem anderen Titel, sondern mit einem Künstler-/Spitznamen verglichen wird.
Die Anwältin von Herbig heisst übrigens Dörrenberg-Berger. Ist nicht mit mir verwandt; ich möchte in Zukunft aber Guidoberg Bergerberg-Berger genannt werden.
