Betrüger-Psychologie
Ein Short Con ist ein Betrug, bei dem es nur um wenig Geld geht (im Gegensatz zum Long Con, ein Betrug von hohen Summen evtl. über längere Zeit), und bei dem das Opfer ohne Gewaltanwendung dazu verführt wird, sein Geld freiwillig herzugeben. Beispiel:
Der Conman klingelt beim Opfer zu Hause und bietet an, sämtliche Glühbirnen auszuwechseln, für 5.-, also einem Bruchteil der echten Kosten. Er schraubt gleich sofort die Glühbirnen heraus und neue hinein, das Opfer kann ihn dabei beobachten und kontrollieren, ob jede neue Glühbirne funktioniert.
Mit den herausgeschraubten Glühbirnen geht der Conman zur nächsten Wohnung und macht dort dasselbe gleich noch einmal. Wiederholen.
Es werden also keinen neuen Birnen verkauft, sondern lediglich gebrauchte von einem Haus in das nächste verschoben. Und für diese "Dienstleistung" Geld kassiert.

Das ist ein "Short Con" aus einem Gespräch mit dem Magier Nicholas Johnson über "Conmen", auf dem australischen Radiosenders ABC National Radio.
Hören kann man das hier: Mitschnitt
Und ein Transkript gibt es auch: The psychology of conmen
Johnson bietet einige spannende Einsichten in die Psychologie von Conmen und ihren Opfern:
- Ein Con nutzt immer elementare Bedürfnisse des Opfers: Gier, Lust, oder das Gefühl, etwas Gutes zu tun.
- Der Conman gibt dem Opfer das Gefühl, die Ereignisse unter Kontrolle zu haben.
Conmen legen sich laut Johnson ausserdem vor allem bei Short Cons eine ganze Reihe Rechtfertigungen bereit, die ihre Tat verharmlosen:
- Es gehe ja nur um wenig Geld und das Opfer "erhält" dafür eine gute Geschichte zum Weitererzählen. Man verkaufe einen Traum!
- "You can't con an honest man". Das Opfer sei gleich schuldig wie der Täter, habe es verdient, z.B. weil eben die Gier angestachelt wird.
Nachhören, auch schon wegen der australischen Aussprache von "ABC"!