Tolle Thesen testen

Wer besser denken kann: per Kommentar beweisen! Diskursiver Positivismus! Oy wey!!
January 07, 2009

Wenn es Extremsportlern langweilig wird

Der Base Jumper Loic Jean Albert sagt in diesem Video: "At the beginning of base jumping, we tried to get as far from the wall as possible. And now it's getting boring, so we play around."

Was er damit meint, muss man gesehen haben, auch wenn man sich sonst nicht so für Extremsportarten interessiert. Die Party geht so richtig los bei 1:30, der Money Shot ist bei 3:10.

Wir Menschen sind zwar zu rund 80% wie Hefe. Aber soll die olle Hefe das mal nachmachen!

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December 19, 2008

Mandatory Viewing: Mein TV-Programm

Das Internet hat in der Regel eine eher kurze Aufmerksamkeitsspanne. Die Liebe zur neusten TV-Show du Jour hält selten lange an:

Das Internet, nach Folge 1: "YAY! This was the most awesomest AWESOME that has ever been awesomed!"
Das Internet, nach Folge 2: "Meh. Same-old, same-old."
Das Internet, nach Folge 3: "These new episodes SUCK, since they are not at all like the old ones, which I saw, because I was around when it all started, and you weren't because YOU SUCK, too!"

Im Gegensatz dazu bin ich ein sehr treuer Zuschauer. Habe ich eine Serie mal ins Herz geschlossen, bleibe ich dran. Deshalb hier eine Liste der TV-Shows, die ich Folge für Folge verfolge - könnt ihr mir folgen?

Mehr Details zu den Shows findet man in der Regel in der Wikipedia und auf dem Google. Da die meisten dieser Shows nicht im Schweizer Kabelfernsehen laufen (oder erst mit ca. zwei Jahren Verspätung, die unbedingt benötigt werden, um die Synchronisation zu verbocken und Lizenz-Anwälte zu beschäftigen), verweise ich auf die Existenz der "digitalen Distribution" und Dienstleistungen wie mininova oder EZTV. Die tatsächliche Verwendung dieser Dienstleistungen lehne ich selbstverständlich AUSDRÜCKLICH AB, weil das direkt in den Weltuntergang führt.

Und nun los mit der alphabetisch geordneten Liste!


30 Rock
Tina Fey ist Hauptdarstellerin und Produzentin von 30 Rock. Während ihre Sarah-Palin-Impression für SNL den Wahlkampf beeinflusst hat, ist 30 Rock wohl eine Aufarbeitung ihrer Zeit als Cast-Member von SNL. Meta! Und sehr witzig, auch dank hervorragenden Schauspielern: Alec Baldwin, Tracy Morgan und Jack McBrayer als Kenneth the Page.



The Daily Show with Jon Stewart
Wer sich für US-amerikanische Innenpolitik interessiert, kann CNN und CNBC getrost weglassen. Jon Stewart ist zwar das Vorzeige-Mitglied der Liberal Media und schert sich nicht um objektive Berichterstattung. Weil er auf die Intelligenz seines Publikums vertraut, präsentiert er die unterhaltsamsten Nachrichten, die Fernsehen zu bieten hat. Giacobbo/Müller wären gerne wie er, werden es aber niemals sein.



Dead Set
Grossbritannien wird von Zombies überrannt, die letzten Überlebenden sind eingeschlossen im Big-Brother-Haus. Angemessen gruselig gefilmt und freigiebig mit Blut und Eingeweiden. Die Satire kopiert und aktualisiert George Romero einwandfrei. Leider schon zu Ende.



Dexter
Eine Gratwanderung: der Protagonist der Serie ist ein kaltblütiger Serienmörder und soll zugleich sympathisch und abstossend wirken. Nur ein hervorragendes Skript kann eine solche Vorgabe umsetzen. Die dritte Staffel wurde soeben abgeschlossen - nach einer etwas durchzogenen 2. eine Rückkehr zu grosser Form.



Dirty Sexy Money
Eigentlich eine klassische Soap in der Welt der Superreichen, zugänglich gemacht durch die Hauptfigur, den Anwalt der Familie Darling. Ein verworrener, überbordender Plot, holzschnittartige Figuren und eine konsequente Dauervermischung von Privatem und Geschäftlichem - also alles, was eine gute Soap ausmacht. Im Gegensatz zu den meisten Soaps aber toll gefilmt und mit Peter Krause, Donald Sutherland und Lucy Liu hervorragend besetzt.



Entourage
Product Placement am Laufmeter, Typen, die ihr Cool immer auf 11 gedreht haben plus ein rabiater Jude: die Serie, die uns hinter die Kulissen von Hollywood blicken lässt, wo wir natürlich nur eine weitere, fast noch schönere Kulisse erblicken. Meta 2! Und Turtle ist einfach zum knuddeln.



Flight of the Conchords
Diese Jungs aus New Zealand lieben die englische Sprache. Der folgende Dialog spielt mit dem einfachen Umstand, dass "dead" auf neuseeländisch gleich ausgesprochen wird wie "did". Murray (Neuseeländer): "He may be dead!" Dave (Amerikaner): "He maybe did what?" Murray: "He maybe dead." Dave: "Yeah I know, but what did he maybe do?" Murray: "He maybe ... dead?" Dave: "Maybe he did, maybe he didn't! What did he maybe do?" Bret (den man wie "Brit" ausspricht, ihr seht das Muster): "No, he maybe dead!" Dave: "Are you guys fucking with me?" Bret: "Wha?" Murray: "Not alive! You know - dead!" Dave: "Oh!" Solche wunderbaren Szenen werden ergänzt mit tollen Songs, in denen die sonst sehr trockenen Jungs ihren Gefühlen freien Lauf lassen. "Isn't it cold out in Space, Bowie? Does the space cold make your nipples go pointy, Bowie?"



The IT Crowd
"Hello, this is IT. Have you tried switching it off and back on again?" So wird begrüsst, wer Moss und Roy im Keller anruft. Die einzige Comedy, die sich bei der Verwendung von Geek-Symbolen nicht peinlicherweise als Non-Geek outet. Keep it real and fly the geek flag, gerade ist die dritte Staffel gestartet.



The Life & TImes of Tim
Tim gerät in die peinlichsten Situationen, in die man geraten kann. Nein, eigentlich kann man in die nicht geraten. Gut, dass Tim das für uns übernimmt. Einer muss es halt sein. Danke, Tim!


Late Night with Conan O'Brien
Conan ist nicht nur witzig (als ehemaliger Writer sowohl für die Simpsons als auch für SNL weiss er, wie witzig geht), sondern auch ein hervorragender Interviewer. Immer locker, immer interessiert, man hat auch in der 16. Staffel nie das Gefühl, dass da einer routiniert ein Programm abspult. Ein Star, der sich nicht so wichtig nimmt.



Lost
Die komplexeste und faszinierendste TV-Show unserer Zeit. Mit den unzähligen Hauptfiguren, den unzähligen Zeit-Ebenen, den unzähligen Hintergrund-Geschichten und den unzähligen offenen Fragen macht Lost deutlich, wie weit sich Populärkultur entwickelt hat.



My Name Is Earl
Jason Lee mag ich seit seiner Nebenrolle in Kevin Smith's "Chasing Amy". Der heimliche Star der Serie ist aber Earl's leicht verlangsamter Bruder Randy. Randy funktioniert so: "Being dead is definitely worse than being alive. When you're dead you can't do all the cool stuff you can do when you're alive. You and I, we can do all kinds of cool stuff 'cause we're living, we're not dead, we're alive. If we were dead we wouldn't be able to do all the cool stuff we can do, because we're alive. Dead people can't do cool stuff. Only people that are alive can do cool stuff, 'cause they're living, and you have to be living to be able to do cool stuff."



Nathan Barley
Nathan Barley kennt sich mit New Media aus und produziert die smashing Website "Trashbat dot cock", yeah? Nathan ist ein Idiot und die Idioten gewinnen. Moss von "The IT Crowd" ist übrigens auch dabei, nicht als Nerd, sondern als Idiot.



The Office (US)
Nur schon wegen des vielsagenden Blicks, den John Krasinski in die Kamera wirft, wenn Boss Steve Carell sich einmal mehr peinlich benimmt. Das britische Original war deutlich brutaler in seiner Darstellung der abgrundtiefen Verzweiflung im Dienstleistungsniemandsland - und deshalb unbestritten bedeutend, aber manchmal nur schwer zu ertragen. Die US-Variante ist leichter, optimistischer - das Einsteiger-Office.



The Sarah Silverman Program
Mag ich weniger wegen Sarah, weil ihre Rolle darauf ausgelegt ist, zu nerven und das halt gelingt. Sondern wegen des schwulen Slacker-Paars Steve und Brian, die sich ausnahmslos in jeder Folge in einen völlig bescheuerten Wer-hat-Recht-Konflikt hineinmanövrieren (Ist Steve tatsächlich so ungepflegt, dass Brian deswegen den Begriff "dotnose situation" erfinden muss, der wiederum so erfolgreich wird, dass er ins Wörterbuch aufgenommen werden soll, aber auch so polarisiert, dass Brian nur knapp einem Mordanschlag entgeht?), am Ende aber immer wieder zusammenfinden. Wahre Liebe in ihrer stinkigsten Form!



Saturday Night Live
SNL ist eine Institution; die aktuelle Staffel hat vom Wahlkampf profitiert, aber auch davon, dass einige Cast-Members in Hochform sind. Die Digital Shorts von Andy Samberg (z.B. "Jizz in my Pants") sind ein sicherer Wert, eben so das Weekend Update von Seth Meyers (und Amy Poehler, die leider die Show verlässt). Mein aktueller Favorit ist aber Fred Armisen, der in der selben Folge Obama, Boy George und einen Typen spielen kann, der die Arsch-Variante des Nasen-Aufspann-Klebers erfindet (damit Blähungen geräuschlos entweichen können, ist ja klar!).



The Simpsons
War eigentlich schon immer eine echte Family Values Show! Nicht so nah am aktuellen Geschehen wie South Park - dennoch schafft die Serie Popkultur-Ikonen wie den Comic Book Guy. Dafür gebührt dem Veteran Respect.



South Park
Schaut man sich als Teenager vor allem wegen des derben Humors an. Ist man erwachsen geworden, realisiert man, dass South Park regelmässig die wahrste Aussage zu aktuellen Hot Topics macht, z.B. die grandiose Doppelfolge, in der die Terroristen nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz direkt tatsächlich unsere Fantasie angreifen. Scharf beobachtet und respektlos.



Two and a Half Men
Guilty Pleasure. Klassische Old School Sitcom, die totale Stasis, rein charakterbasiert, Klischee-City, macht mir aber trotzdem Freude.



Top Gear
Wer so konsequent dem britischen Nanny State ans Bein pinkelt, hat sich meine Anhängerschaft verdient. Eine Show über Autos, die auch Leute schauen können, die sich nicht für Autos interessieren. Und wenn man sich für Autos interessieren sollte: dann ist Top Gear wie Porno.


Und jetzt will ich von euch hören: Was fehlt auf dieser Liste? Welche Show muss ich eurer Meinung nach unbedingt auch schauen?
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December 18, 2008

Halo 3 im Kino

Für eine Weihnachtsaktion von DRS 3 haben Kollega Reto Widmer und ich (Reto hat die Repo gemacht, ich war nur zum Spielen da) einen DRS-3-Hörer und seine Crew nach Bülach in ein Kino (mehr zum Kino ABC hier) gesetzt und dort zusammen Halo 3 gespielt. Yay!

Das Kino ABC hat schon auf digitale Projektion umgestellt, also alles kein Problem, dachten wir. Nun ja, in der Praxis dann aber schon: der Vorführraum ist sehr weit weg vom Kinosaal - die Xbox muss wegen der Wireless-Controller aber im Saal sein. Und über ein sehr langes Component-Kabel hätte man zu viel Signalverlust. Deshalb wurden sowohl Ton als auch Bild in Netzwerk-Signale umgewandelt und per Ethernet-Kabeln mit dem Vorführraum verbunden (fragt mich nicht, was genau für ein Signal/Protokoll das ist, sehr arkan, das Ganze). Eine normale Internetverbindung für Online-Matches über Xbox Live wollten wir natürlich auch. Ein ziemliches Gefriemel, bis das alles problemlos lief. 


Die Leinwand ist 11 Meter breit, bei 16:9 Seitenverhältnis also etwas mehr als 6 Meter hoch. Halo 3 wird von meiner Xbox als 720p ausgegeben. Das bedeutet, dass nur ca. 1.16 Pixel auf einen Zentimeter kommen. Da müsste man eigentlich erwarten, dass das Bild nicht wahnsinnig toll aussieht. Ist aber nicht so, war überraschend gut. Verschiedene Gründe: man sitzt weit weg von der Leinwand, die Leinwand ist speziell Pixel-tauglich beschichtet (soll den Moiré-Effekt verhindern) und der Projektor macht Upsampling. Apropos Projektor: Materialschlacht 3000!


Die Fotos werden dem Erlebnis nicht gerecht - zu schwierige Lichtverhältnisse. Wenn man noch etwas vom Kino sehen will, ist die Action zu schnell, um scharf zu sein. Den Text kann man in Echt jedenfalls gut lesen.


Das beste an der ganzen Aktion war aber der Ton. Ein Kino ist halt etwas anderes als ein Heimkino - echter Surround und richtig laut. Und als Zuckerguss obendrauf: die Kinosessel vibrieren! Abhängig vom Ton: wenn der Ton laut ist und viel Bass hat, vibriert der Sessel. More Explosions!


Insgesamt also eine beeindruckende Frontal-Attacke auf alle Sinne. Als ich Mittags aus dem Kino an die Sonne trat, war ich jedenfalls ziemlich beduselt.

Gespielt haben wir übrigens Slayer und Team Slayer. Ich war konsistent Letzter und froh, wenn ich mal einen oder zwei erwischt habe pro Match. Shooter waren noch nie mein Ding - bin zu langsam. Es ist auch nicht so, dass die Jungs (und ein Modi) supertrainiert waren: auch sie hätten online kaum eine Chance, sagten sie. Knapp 15 Jahre jünger und halt ein enormer Unterschied an Hand-Augen-Koordination. Mal sehen, ob ich mit 50 den Easy-Mode noch hinkriege. Wahrscheinlich nennen sie den dann Grampa-Mode.

 

 

   

 

     

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December 10, 2008

Die Scorpions, die Simpsons und die Kinderpornografie

In Grossbritannien führte ein Cover der Scorpions aus den 70ern auf Wikipedia dazu, dass die meisten britischen Internet-Provider einige Tage lang Wikipedia sperrten (oder präziser: einige sperrten Wikipedia ganz, andere den Artikel zu "Virgin Killer", wieder andere nur das Bild). Die ISPs setzten dabei eine Empfehlung der Internet Watch Foundation um, die das Bild auf eine schwarze Liste setzte. Nach dem Proteststurm der Wikipedia-Benutzer krebste die IWF nun zurück; nicht, weil sie das Bild nicht mehr für Kinderpornografie halten, sondern weil das Bild so weit verbreitet sei und schon so lange existiere, dass eine Sperrung nichts helfe:

"[I]n light of the length of time the image has existed and its wide availability, the decision has been taken to remove this webpage from our list. [...] IWF’s overriding objective is to minimise the availability of indecent images of children on the internet, however, on this occasion our efforts have had the opposite effect. We regret the unintended consequences for Wikipedia and its users.IWF statement regarding Wikipedia webpage


Wikipedia in Großbritannien entsperrt (Heise)
Wikimedia, IWF respond to block of Wikipedia over child pornography allegations (Wikinews)
IWF backs off of Scorpions Wikipedia block after criticism (Ars Technica)
Great Firewall of Britain (Ian Nock)


Im zweiten Fall geht es um einen Mann, der von einem australischen Gericht zu einer Busse verurteilt wurde, weil er Bilder besass, die Bart, Lisa und Maggie Simpson bei sexuellen Aktivitäten zeigen. Der Mann ging in Berufung, mit dem Argument, dass es sich nicht um Darstellungen echter Kinder handle, sondern um Cartoon-Figuren. Dieser Argumentation folgte der Supreme Court des Bundesstaates nicht: "[T]he word “person” included fictional or imaginary characters and the mere fact that the figure depicted departed from a realistic representation in some respects of a human being did not mean that such a figure was not a “person”. [... ] Accordingly, the appeal must be dismissed. As this is the first case dealing with a difficult issue, each party will pay its own costs."


Australisches Gericht: Die Simpsons sind "Personen" (Heise)
Cowabunga! Simpsons porn on the PC equals child pornography (Ars Technica)
McEWEN v SIMMONS & ANOR [2008] NSWSC 1292 (Entscheidung des Supreme Court von New South Wales)

Der erste Fall liegt für mich recht klar: eine Beschwerde einer nicht-gerichtlichen Instanz darf nicht dazu führen, dass Internet-Provider gleich die ganze Wikipedia sperren. Das ist eine absurde Überreaktion.

Die Simpsons-Porno-Frage scheint mir komplexer zu sein, weil es im Berufungsprozess vor allem um die Frage ging, welche Form der Darstellung denn als "Person" gelten kann. Dass man sich hier nicht auf Fotos beschränken soll, leuchtet mir ein.

Darum die Frage an die Strafrechtsspezialisten unter euch: Wie würde das in der Schweiz beurteilt? Ist eine Zeichnung von Kindern bei sexuellen Akten auch Kinderpornografie? Wo ist die Grenze zu Werken wie "Lolita" (dessen Besitz meines Wissens auch in Australien keine Busse nach sich zieht)? Was ist mit den anderen hierzulande illegalen Formen der Pornografie (Körperausscheidungen)? Wird da zwischen Foto und Zeichnung unterschieden? Oder ist die Darstellungsform zweitrangig und die Absicht des Erzeugers/Benutzers entscheidend?
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December 04, 2008

Will the real Guido B. please stand up?

OFFIZIELLE STELLUNGNAHME:

Ich bin nicht Guido B. Nein, ich habe keine Identitätskrise. Scheinbar gibt es aber einen Guido B. in Zürich, der Frauen und Firmen betrügen soll. Der Tagi fährt gerade eine 5-teilige (!) Serie, und ich werde des öfteren darauf angesprochen.


Teil 1: Die Frauen mögen ihn, und er mag ihr Geld (Tagi, 1.12.)
Teil 2: Guido B. hinterlässt Chaos und Schulden (Tagi, 2.12.)
Teil 3: Die Staatsanwaltschaft hat im Fall Guido B. die Samthandschuhe an (Tagi, 3.12.)
Teil 4 und 5 kommen noch und enthüllen bestimmt weitere brisante Fakten.

Naja, die Frauen mögen mich auch, Schulden habe ich aber keine, und die Staatsanwaltschaft hat mich auch noch nie angefasst, weder mit Handschuhen noch ohne.

Weil aber ein Bild bekanntlich mehr sagt als Worte, hier das Bild von Guido B. im Tagi:

Bild: Tagesanzeiger

Und hier eines von mir in ähnlicher Pose:

Bild: Guido B(erger)

Man finde die ~10 Unterschiede!

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December 03, 2008

Sicher verpackt

Von Sony/Playstation habe ich dieses Werbegeschenk erhalten:

Der Berg Verpackung links hat sichergestellt, dass die 4 GB USB-Stick auch sicher bei mir ankamen. Die 11. Spielvariante muss etwas mit grossen Kisten und Blasenfolie zu tun haben.

To play mp3s in your browser, you will need to have Javascript turned on and have Flash Player 9 or better installed.
  

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December 03, 2008

Tasche statt Rucksack

Dieser Rucksack vom schwedischen Unternehmen Boblbee hat mich nun seit vielen Jahren begleitet:



All die Staubsauger-Bemerkungen habe ich geduldig ertragen, weil ich das Ding eher als ein Personal Mobility Device sehe - die Raketenstufen sind einfach schon abgebrannt.

Ausführliche Überlegungen von Max Goldt in der November-Titanic zum Thema Rucksack vs. Umhängetasche ("Kleiner Diskurs über kleines Gepäck", online nicht aufzufinden, aber mit schönen Sätzen wie "Er trägt eine jener [...] von Magazinjournalisten und Anhängern leicht gehobener Auffassungen anhaltend und beharrlich verspotteten Umhängetaschen. [...] Eigentlich gab es immer Umhängetaschen, und ich kann darüber nicht sehr staunen, denn sie sind der traditionsreichste, sinnvollste, ich möchte fast sagen: der normalste Taschentypus überhaupt.") haben sich nun aber zu einem Impulskauf verdichtet:

   


Natürlich auch von Boblbee, damit mich der Born nicht exkommuniziert. Richtig praktische Details, schöne Polster für meinen Laptop und eine stilisierte Karte von Tokyo vorne drauf = WIN!


Update:

Ha, Frage vergessen! Wie haltet ihr es denn? Tasche oder Rucksack? Und warum?
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December 03, 2008

LiLo schmollt wegen Facebook


Lindsay Lohan wurde aus Facebook ausgesperrt. Schreibt sie jedenfalls auf MySpace. Das trifft die junge Dame schwer:

"wow! i was in shock. [...] it was disabled because they believe that i was a fake of myself. genius. here i am loving facebook (as well as myspace-hehe) but going on facebook to talk to some of my friends and they are thinking that I AM THE "FAKE" OF MYSELF!!! hahahahahaha.. at first i laughed, and then i got angry. angry because, with ALL the people that PRETEND to be me on facebook, they decide to say I AM THE FAKE- of myself. all i can think is, WHO is running this site?"

Lohan scheint ausserdem zu den zahlreichen Kritikern des neuen Facebook-Layouts zu gehören:

"here they are re-designing the look on the site when they should be setting up a more secure way of allowing people to set up an account."

Und wie es sich für selbstbewusste Frauen gehört, weiss LiLo genau, was sie will:

"maybe i am just venting, but i am also writing this blog in hopes that the people at facebook will un-disable my account and allow me to sign in the EXACT same way it was, same friends, same emails, same "pets" and so on.."

Upset with Facebook (Lindsay Lohan, MySpace)

Nur wenig später zeigt Facebook bei mir plötzlich nichts mehr an, nur noch das hier:

Klar, wenn die Lohan hässig ist, würde ich auch gleich alle Server runterfahren und schauen, dass ihre Pets wieder EXAKT so sind WIE VORHER!



Update:

Dass Facebook down ist, hat vielleicht eher etwas damit zu tun:

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November 28, 2008

Getwitter aus Mumbai

Die Terroranschläge in Mumbai werden in der Blogosphere intensiv diskutiert, weil erste Beschreibungen von Augenzeugen über Twitter verbreitet wurden. Wohl auch aufgrund der Zeitverschiebung zu den USA waren diese Berichte über Twitter schneller und deutlich vor der Berichterstattung im Fernsehen verfügbar.

First Hand Accounts Of Terrorist Attacks In India On Twitter, Flickr (TechCrunch)

Einige Exponenten der Web-2.0-Clique geraten darob aus dem Häuschen:

I Can’t Believe Some People Are Still Saying Twitter Isn’t A News Source (TechCrunch)
Yes, Twitter is a source of journalism (Mathew Ingram)

Michael Arrington schreibt: 

"You can jump up and down and shout all you want that Twitter isn’t a real news source. But all you are doing is viewing the world through a reality lens that’s way outdated. People want information fast and raw from people who are on the scene. If it gets a little messy along the way, that’s ok. [...] What matters isn’t any individual Twitter message and whether it’s right or wrong. It’s the organism as a whole, the aggregate, that lets people stream what they’re witnessing in real time to the world. That aggregate stream gives us more information, faster, than anything before."



Ich störe mich dabei weniger an der Argumentation als an den verwendeten Begriffen. "Source" geht gerade noch durch, "Journalism" aber nicht mehr. Was wir auf Twitter sehen, sind Augenzeugen-Berichte. Twitter ist damit ein Quelle für Journalismus, nicht mehr und nicht weniger.

Arrington nimmt an, dass wir selber Quellenarbeit leisten wollen/können. Dass wir die Nachrichten direkt, schnell und roh erhalten wollen und dass wir dann in der Lage sind, uns ein eigenes Bild zu machen. Er geht davon aus, dass die aggregierten Augenzeugenberichte und die Reaktion anderer Twitterer darauf Fehler oder Fehleinschätzungen korrigieren.

Das ist eine sehr eingeschränkte Auffassung davon, was Journalismus leisten soll und was die interessierte Öffentlichkeit von Journalimus erwartet. Es ist eine Reduktion auf reines Reporting. Ein Augenzeuge ist kein Journalist.

Gute Journalisten können eine Geschichte packend erzählen, können Ereignisse einordnen in einen grösseren Kontext, können zwischen dem unbeteiligten Empfänger und dem Ereignis eine Brücke bauen, können eine Auswahl treffen, die mich auch gut informiert, wenn ich nur wenig Zeit habe, mich mit einem Thema auseinander zu setzen.

Journalisten, deren Berichterstattung und Hintergrund ich kenne, kann ich vertrauen. Auch die Institution, der sie angehören - die eine nachvollziehbare Geschichte hat und Regeln einhält - verdient sich dieses Vertrauen.

Ich sage nicht, dass Blogger und Twitterer dies nicht leisten können. Es erfordert aber mehr Können und Vorwissen, als man bei Augenzeugen voraussetzen kann.

Ich glaube nicht, dass die Newskonsumenten in jedem Fall die Arbeit der Quellenkritik und der Einordnung selber erledigen wollen. Es ist zwar gut, dass wir dank neuer Technologie diese Möglichkeiten haben, wenn wir sie nutzen wollen. Daraus aber zu schliessen, dass alte, bewährte Formen der Information nicht mehr benötigt werden, ist schlicht Unsinn.
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November 27, 2008

Betrüger-Psychologie

Ein Short Con ist ein Betrug, bei dem es nur um wenig Geld geht (im Gegensatz zum Long Con, ein Betrug von hohen Summen evtl. über längere Zeit), und bei dem das Opfer ohne Gewaltanwendung dazu verführt wird, sein Geld freiwillig herzugeben. Beispiel:

Der Conman klingelt beim Opfer zu Hause und bietet an, sämtliche Glühbirnen auszuwechseln, für 5.-, also einem Bruchteil der echten Kosten. Er schraubt gleich sofort die Glühbirnen heraus und neue hinein, das Opfer kann ihn dabei beobachten und kontrollieren, ob jede neue Glühbirne funktioniert.
Mit den herausgeschraubten Glühbirnen geht der Conman zur nächsten Wohnung und macht dort dasselbe gleich noch einmal. Wiederholen.
Es werden also keinen neuen Birnen verkauft, sondern lediglich gebrauchte von einem Haus in das nächste verschoben. Und für diese "Dienstleistung" Geld kassiert.


Das ist ein "Short Con" aus einem Gespräch mit dem Magier Nicholas Johnson über "Conmen", auf dem australischen Radiosenders ABC National Radio.

Hören kann man das hier: Mitschnitt
Und ein Transkript gibt es auch: The psychology of conmen

Johnson bietet einige spannende Einsichten in die Psychologie von Conmen und ihren Opfern:

  • Ein Con nutzt immer elementare Bedürfnisse des Opfers: Gier, Lust, oder das Gefühl, etwas Gutes zu tun.
  • Der Conman gibt dem Opfer das Gefühl, die Ereignisse unter Kontrolle zu haben.

Conmen legen sich laut Johnson ausserdem vor allem bei Short Cons eine ganze Reihe Rechtfertigungen bereit, die ihre Tat verharmlosen:

  • Es gehe ja nur um wenig Geld und das Opfer "erhält" dafür eine gute Geschichte zum Weitererzählen. Man verkaufe einen Traum!
  • "You can't con an honest man". Das Opfer sei gleich schuldig wie der Täter, habe es verdient, z.B. weil eben die Gier angestachelt wird.

Nachhören, auch schon wegen der australischen Aussprache von "ABC"!
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